Erste Hilfe gefällig?

Freiwillige Selbstsperre in einer Spielhalle
Freiwillige Selbstsperre in einer Spielhalle

Das letzte Spielen am Automaten in der Spielhalle ist noch nicht lange her? Der letzte Rückfall an den Geldspielgeräten in einer Spielothek war erst vor Kurzem? Du möchtest nicht mehr spielen?

Dann wird es Zeit für Selbstschutz: Die Bremer Fachstelle für Glücksspielsucht hat ein Formular bereitgestellt, mit dem Du Dich in einer Spielhalle sperren lassen kannst.

Du findest die Spielsperre hier – am besten, Du füllst das Formular gleich am Bildschirm aus. Dann kannst Du es ausdrucken und in der Spielothek vorlegen. Das musst Du leider für jede einzelne Spielhalle tun, in der Du Dich sperren lassen möchtest. Doch soviel Arbeit sollte Dir Deine Spielfreiheit wert sein.

Eine freiwillige Spielsperre ist der Anfang – wie ein Geländer, an dem Du Dich erst mal festhältst. Wenn Du dadurch und durch andere sinnvolle Maßnahmen – kein Bargeld zur Hand, keine Kreditkarten usw. – vorgesorgt hast, solltest Du Dir professionelle Hilfe suchen. Das Angebot dafür ist groß: Ärzte, Krankenhäuser, psychosoziale Beratungsstellen, Suchtberatungen und Selbsthilfegruppen warten auf Dich!

Merke: Spielfreiheit ist kein Zustand – Spielfreiheit ist eine Tätigkeit!

Man kann nur aktiv spielfrei sein. Also tu‘ was!


Zum Hintergrund:

Seit 2008 erhalten gesperrte Spieler in Deutschland keinen Zutritt zu Spielbanken. Eine Teilnahme an bestimmten Spielen des Deutschen Lotto- und Totoblocks ist dadurch ebenso verwehrt. Diese Sperre gilt bundesweit. Für Spielotheken oder Spielhallen gilt die bundesweite Sperre nicht.

Das Bremische Spielhallengesetz sagt dazu unter § 4 [1] Spielerschutz, dass der Betreiber einer Spielhalle verpflichtet ist,

5. eine Spielersperrliste zu führen, die Identität sämtlicher Spielerinnen und Spieler vor Spielbeginn anhand eines amtlichen Ausweises mit der Spielersperrliste abzugleichen und Personen, die eine Aufnahme in die Liste verlangen (freiwillige Selbstsperre), während des vereinbarten Zeitraums, mindestens für die Dauer eines Jahres, vom Spiel auszuschließen und dies schriftlich zu bestätigen.

Sollte ein Betreiber einer Spielhalle sich dagegen wehren, nimm ruhig Kontakt mit uns auf. Wir werden dann entsprechenden Druck ausüben. Wir üben gerne Druck aus!

Herzlichen Dank an Katja Sobotta von der Fachstelle Glücksspielsucht!

One Reply to “Erste Hilfe gefällig?”

  1. Hallo
    Gilt dieses Formular deutschlandweit?
    Würde es gerne in Stuttgart in der Selbsthilfegruppe vervielfältigen mit Ihrer Erlaubnis.
    Besten Dank für Ihre Rückmeldung vorab.
    Grüsse
    Volker Brümmer
    (Ehrenamt. Suchtkrankenhelfer /Gruppenleiter )

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